Heine1

DAS GLÜCK IST EINE LEICHTE DIRNE
Ein Abend mit Liedern und Texten von Heinrich Heine
in Zusammenarbeit mit der Schauspielkollegin Renate Geißler
und der Pianistin Irene Wittermann.

Das Glück ist eine leichte Dirne... sie weilt nicht gern am selben Ort, sie streicht das Haar dir von der Stirne und küßt dich rasch und flattert fort" - so gedichtet von Heinrich Heine, der, geboren 1797, zu Ehren seines 200. Geburtstages gefeiert wird. Er gilt als der meistvertonte Dichter der bisherigen Musikgeschichte. Das "Buch der Lieder", eine Sammlung seiner frühen Gedichte, begründete seinen Weltruhm als Lyriker. Die Themen kreisen fast ausschließlich um unglückliche, unerwiderte oder aussichtslose Liebe.

Im ersten Teil ihres Heine-Programms widmen sich die bekannten Schauspielerinnen Renate Geißler und Angelika Neutschel dieser Liebeslyrik. Sehr einfühlsam begleitet die junge Pianistin Irene Wittermann die Chansons und Texte, die von Manfred Schmitz und Henry Krtschil modern, aber sehr stimmig vertont wurden. Witzig ironisch behandelt Heine diese Themen wie "der Liebe Glut, sie geht zum Teufel" oder "Die Seufzer und die Tränen, die kommen hintennach". Auch die heile Natur wird bezweifelt, wenn Heine fragt, "ob die Nachtigall empfindet, was sie singt?“ Mit beißender Satire werden die deutsche Kleinbürgerlichkeit und die politischen Zustände aufgegriffen "Ich hatte einst ein schönes Vaterland", sagt der 1831 als Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach Paris gegangene und dort 1856 gestorbene Dichter, "es war ein Traum". Mit seiner Fähigkeit, die Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung zu erkennen, wirken Heines Texte auch heute noch zeitgemäß und fast modern. Gegen Schluß werden die vorgetragenen Texte wieder versöhnlicher. "Neuer Frühling bringt zurück, was der Winter dir genommen". Ohne Requisiten, wenn man von einem Notenständer und einem Holzhocker absieht, gelingt es den sonst eher eigenständigen Schauspielerinnen im gegenseitigen Wechsel und in der Folge von Chansons, Deklamation und Spiel der Texte, die Zuschauer mitzureißen.

Aus der Presse:

... Der Abend war heiter und besinnlich, mal traute man sich kaum, in die nachdenkliche Stille hinein zu klatschen, ein paar Minuten später wurde herzerfrischend gelacht. Meistens jedoch handelte es sich um ein verhaltenes Über-sich-selbst-Schmunzeln.
(NSZ)